Was kostet die Welt?

GRÜNE Bundestagskandidatin Michaela Colletti diskutiert mit Experten und Gästen über Nachhaltigkeit in der Finanzbranche und unternehmerische Verantwortung im Klimawandel

Mit Kristina Jeromin und Volker Potthoff waren zwei ausgewiesene Experten der Finanzbranche in die Wasserburg nach Nieder-Rosbach gekommen, um unter dem Titel „Was kostet die Welt? Klimagerechten Wohlstand sicher finanzieren!“ die zahlreich erschienenen Zuschauer mit ihren Impulsvorträgen zu inspirieren und ihnen die Dringlichkeit für einen politischen Wandel kurz vor der Bundestagswahl am Wochenende zu verdeutlichen. Eingeladen hatten die Rosbacher GRÜNEN und Michaela Colletti, Bundestagskandidatin der GRÜNEN im westlichen Wetteraukreis.

Kristina Jeromin kandidiert auf einem hessischen Listenplatz der GRÜNEN für ein Bundestagsmandat. Volker Potthoff ist ehemaliger Vorstand der Deutschen Börse, kein Mitglied der Partei, aber ein bekennender GRÜNEN-Wähler. Beiden war an diesem Abend wichtig, die Dringlichkeit für ein klares Handeln zu verdeutlichen und dass jetzt ein politisches „Weiter-so“ die kostspieligste und teuerste Variante zur Lösung der Probleme durch den Klimawandel darstellt.

Jeromin, die auf einen bemerkenswerten Werdegang in und um die Börse zurückblickt, hat sich schon viele Jahre mit dem Thema „sustainable finance“ (nachhaltige Finanzwirtschaft) beschäftigt und dazu auch Empfehlungen für die Bundesregierung erarbeitet. Sie kritisiert, dass bei dem Thema in Deutschland Anspruch und Wirklichkeit stark auseinanderklaffen, denn Deutschland rennt in dieser Disziplin in Wahrheit anderen Staaten hinterher, was vor allem die führenden Köpfe der aktuellen Bundesregierung, damit auch Finanzminister Scholz, zu verantworten haben. Sie legte dar, wie wichtig es ist, Nachhaltigkeit fest in das Finanz- und Wirtschaftssystem zu integrieren und soziale und ökologische Aspekte wirtschaftlich einzubeziehen. Nachhaltigkeit muss in den Geschäftsberichten der Unternehmen sichtbar sein. Als Voraussetzung dafür muss sie messbar gemacht werden. Jeromin fordert, dass die Politik grundsätzlich eine andere Position einnimmt. Thesen wie „Der Markt regelt das“ hält sie für falsch und sagt: Was nicht gelenkt wird, passiert nicht. Sie fordert klare Zielformulierungen und dennoch Flexibilität auf dem Weg dahin, letztendlich entschlossenes Eintreten in die Phase der Transformation. Deshalb ist es notwendig am kommenden Sonntag den Wandel zu wählen.

Auch Volker Potthoff war lange für die Deutsche Börse tätig. Als Investor und Gründer einer Beratungsgesellschaft steht er mit vielen Unternehmen in Kontakt, darunter auch Start-ups. Er ist davon überzeugt, dass nur ein gemeinsamer Ansatz von Wirtschaft und Politik zum Ziel führen wird. Er fordert ein stärkeres Bewusstsein für Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Politik. Potthoff beobachtet schon lange, wie unterschiedlich das Know-how in dieser Disziplin in den Unternehmern ausgeprägt ist. Viele große und mittelständische Unternehmen haben sich aus eigener Initiative zur Nachhaltigkeit verpflichtet. Aber es ist nicht immer GRÜN, was grün aussieht. Auch er geht davon aus, dass durch eine Transitionsphase viele Jobs verloren gehen,  aber auch neue entstehen. Er fordert, dass diese Phase für die Menschen sorgfältig „abgefedert“ werden muss, da sonst Zündstoff in der Gesellschaft entsteht.

Michaela Colletti abschließend: „Wir sind uns einig, dass für die nötige Transformation Internationalität und Überparteilichkeit erforderlich sind. Ein politisches Denken in 4-Jahres-Schritten war noch nie hilfreich und ist es jetzt erst recht nicht. Die nächste Bundesregierung muss eine nachhaltige Finanzwirtschaft mit hoher Priorität vorantreiben, und dies international und frei von parteilichen Restriktionen.“