Human handeln

Die Wetterauer GRÜNEN fordern eine rasche und unbürokratische Unterstützung von Einreise und Integration afghanischer Ortskräfte durch Kreise und Kommunen.

Viel zu spät hat die Evakuierung der von der Gewalt der Taliban bedrohten Ortskräfte begonnen. An vorausschauenden Hinweisen und Anträgen, insbesondere von den GRÜNEN, hat es der Bundesregierung nicht gefehlt. Spätestens mit der Ankündigung des amerikanischen Truppenabzugs war die Eskalation absehbar. Die Zuspitzung zu einer humanitären Katastrophe hätte vermieden werden können. Aber auch nach der Evakuierung der Ortskräfte ist die Zukunft der Betroffenen immer noch ungewiss.

„Nun liegt es an den Kreisen und Kommunen und uns Bürgerinnen und Bürgern, die Integration zu unterstützen“, so Michaela Colletti, Bundestagskandidatin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Wetteraukreis. „Diese Menschen waren die Verbündeten unserer Soldaten in Afghanistan, sprechen deshalb oft deutsch und/oder englisch und können und wollen nicht mehr in die von den Taliban regierte Heimat zurück. Darauf sollte sich auch unser Wetteraukreis jetzt vorbereiten. Die GRÜNE Kreistagsfraktion will dazu initiativ werden. Ich bin überzeugt, dass die Integration in die Gesellschaft gelingen wird.“

Für Colletti ist das auch eine Frage von Verbindlichkeit. „Deutschland steht in moralischer Verantwortung für die Sicherheit von Menschen, die zumeist auch mit dem Versprechen angeworben wurden, dass sie bei Abzug der Truppen und anhaltender Gefährdungslage das Land verlassen können. So haben sie noch vor kurzem in vielfältiger Weise unsere Soldatinnen und Soldaten unterstützt, obwohl sie auch da schon von den Angriffen der Taliban bedroht waren. Sie müssen außer Landes gebracht werden, solange es noch geht, denn sie und ihre Familien sind in Afghanistan in Lebensgefahr. Ihre Zahl wird weniger als 1 % der in den Jahren 2015/2016 nach Deutschland Geflüchteten betragen. Wer jetzt einen Vergleich mit der damaligen Fluchtbewegung aufmacht, wendet sich auch gegen das humanitäre Leitbild unserer deutschen und europäischen Gesellschaft.“

Nach Auffassung Collettis muss der neu gewählte Bundestag nun mit einem Untersuchungsausschuss die Fehleinschätzungen, Versäumnisse und gegenseitigen Blockaden von Ministerien aufklären.

(Bild: Omid Nouripour, Außenpolitischer Sprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Michaela Colletti, Bundestagskandidatin der GRÜNEN im Wetteraukreis)

Das Bild wurde von Norbert Heidke aufgenommen.