CDU in diesem Wettbewerb deutlich abgeschlagen
Zwölf Oberhäupter Wetterauer Kommunen kandidieren an der Spitze der jeweiligen Parteilisten für ihre lokalen Parlamente. Eines auf Platz zwei. Bei der Kreistagswahl machen das Landrat und Erste Beigeordnete ebenso. Alle fünf Jahre wird dieser Wettbewerb ausgetragen. Dabei führt die SPD in den Kommunen mit acht Spitzenpositionen für Spitzenbeamt*innen klar vor der CDU mit vier. Liegt vielleicht daran, dass sie zehn Bürgermeister*innen stellt, die CDU bloß fünf. Dazu kommt ein FWG-Bürgermeister auf Listenplatz eins.
Gerhard Salz, GRÜNES Kreistagsurgestein ohne GRÜNES Parteibuch, ordnet ein: „Es spricht für die Attraktivität der Kommunalparlamente, wenn sich so viel Spitzenpersonal dort für einen Sitz bewirbt. Das freut mich als leidenschaftlichen Parlamentarier. Doch es erfüllt mich auch mit Sorge. Warum fliehen die alle aus ihren Ämtern, wollen die unbedingt die Seiten wechseln? Denn werden sie Abgeordnete, können sie kein Stadt- oder Gemeindeoberhaupt mehr sein. Schließt sich aus.“
„Ich verstehe auch so Leute wie die Reichelsheimerin Lena Herget-Umsonst (SPD) und den Niddataler Michael Hahn (CDU) nicht. Haben zum Teil jahrelang dafür gekämpft, Stadtoberhaupt zu werden. Jetzt sind sie frisch im Amt und wollen gleich wieder dahin, wo sie herkamen. So geht das aber nicht. Man muss sich auch mal vom Elternhaus trennen können! Hier wünsche ich mir einfach mehr Durchhaltevermögen.“
„Bei ewigen Bürgermeistern wie meinem Florstädter Rathauschef und Wetterauer Oberbürgermeister Herbert E. Unger mag das anders sein. Der saß Zeit seines Politikerlebens immer vor seiner Stadtverordnetenversammlung. Da kann man schon verstehen, dass er mal was anderes sehen will. Und so ein Perspektivenwechsel ist ja nicht immer das schlechteste.“
„Ist aber auch egal“, meint Salz, „denn es geht bei diesem ganz besonderen Wettbewerb schließlich um das Bewahren von Tradition. Normalerweise sollte, wer A sagt, auch B sagen. Die Tradition des kandidierenden Spitzenpersonals aber will es, dass dem A immer ein ‚Ätsch‘ folgt. Ehe da mal jemand das errungene Mandat annimmt, wird die Eintracht Deutscher Meister. Obwohl…“